Septische Hüftchirurgie
Der Hüftprotheseninfekt stellt eine der schwerwiegendsten Komplikationen nach einer Prothesenimplantation dar. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich. Abhängig von Art und Zeitpunkt des Infekts richten wir unsere Wechselstrategie aus. In der Regel bevorzugen wir hierbei den zweizeitigen Wechsel.
Vor der Infektsanierung steht die Keimbestimmung mittels Hüftgelenkspunktion. Dies ermöglicht die Einleitung einer keimgerechten Antibiotikumbehandlung. Nach operativer Entfernung der infizierten Hüftprothese erfolgt der Einbau einer Übergangsprothese, sogenannter Hüftspacer. Dieser beugt als vorübergehender Platzhalter einer Muskelverkürzung vor und bewirkt durch eine testgerechte antibiotikumhaltige Zementbeladung eine hohe Medikamentenkonzentration im ehemaligen Prothesenlager. Um den Hüftgelenksinfekt sicher zu beseitigen wird gleichzeitig eine mehrwöchige Antibiotikumbehandlung eingeleitet.
Durch den implantierten Hüftspacer kann eine frühzeitige Mobilisation unter Teilbelastung begonnen werden. Nach vier bis fünf Wochen werden die Entzündungszeichen klinisch und laborchemisch bestimmt und eine Hüftgelenkspunktion durchgeführt. Sind diese Untersuchungen unauffällig, wird die Übergangsprothese gegen eine Revisionsprothese ausgetauscht.